Nach den finalen Prüfungen wurde es hier sehr still. Aber nun raffe ich mich auf und werde aus meiner Lethargie erwachen.
Es geht auf die Diplomarbeit zu; fast alles ist perfekt. Nur mein evtl. Betreuer stellt sich tot. Bis er aus seinem Sarg steigt, wird wohl das nächste Semester anbrechen. Sehr unpassend, wenn man gepant hatte vor September das Studium endgültig abzuschließen. An diesem Zustand werde ich wohl nichts ändern können. Was soll ich auch? Feuer im vierten Stock legen?
Und ich habe mich sogar überwunden einige Mahlzeiten selbst zuzubereiten. Meine besondere Empfehlung ist das Chicken Corma.
Die nächsten Tage werde ich mich wohl damit beschäftigen, meinen Rechner neu aufzusetzen. Irgendwie hab ich dazu aber überhaupt keine Lust… komisch, DIESE unlust ist bisher einmalig.
Es ist ja endlos deprimierend: Vor meinem großflächigen Schreibtisch befindet sich ein Fenster zur Außenwelt. Soweit nichts ungewöhnliches; man kann eben nach draußen schauen. Aber regt sich etwas auf der Bühne der durch die Kälte (und den Menschen) abgetöteten Natur.
Die Nachbarn lassen sich von einer Paar Handwerkern das Dachgeschoss ausbauen. In der Früh, als ich anfing zu lernen, sah ich, dass dort jemand auf dem Dach herumkrabbelt. Inzwischen ist die Gaube fast fertig und ich sitze noch hier; wenige Seiten weiter als zu Beginn. Natürlich: “Software ist nich zum anfassen da.”
P.S.: Laut eines britischen Psychologen soll heute der schlimmste Tag im Jahr gewesen sein. So ein unsinn. Der schlimmste Tag im Jahr ist der 1. Januar, der 2. Januar, … , und natürlich nicht zu vergessen der 31. Dezember!
Einige werden es ja sicherlich schon gehört haben, dass ich gestern in ein Konzert eingeladen wurde. Es handelte sich um eine Darbietung der “Golden Gospel Singers” in der Reformations-Gedächtniskirche. Mir gefällt diese Kirche besonders gut, fast noch besser als die Lorenzkirche. Besonders die die Holzdecke mit der Lutherrose hat es mir angetan. Das Bauwerk ist auf jedenfall einen Besuch wert…
Aber kommen wir zur Organisation, zur Technik und zu den Künstlern des gestrigen Abends: In Ermangelung eines vakanten Parkplatzes - wen hätte diese Situation auch gewundert - kam ich für meine Verhältnisse recht spät in die Kirche; etwa 30 Minuten vor Beginn des Konzertes. Die Sitzmöglichkeiten im “Parket” waren erschöpft und so versuchte ich mein Glück auf der Empore, wo sich fast hinter einem Pfeiler noch ein Plätzchen fand. Ich hatte mich über die Künstler im Vorfeld nicht informiert und wusste überhaupt nicht was auf mich da zukommen würde, dennoch hat es mich gewundert, dass die Altersverteilung sehr gut durchgemischt war. Kritikpunkt: die Organisation hatte offensichtlich nicht über den benötigten Platz für die Zuschauer nachgedacht, wie ich von meiner Nebensitzerin erfuhr. Es war jedoch nicht das unerfreulichste an diesem Abend…
In völliger Verdunkelung betraten die Künster die Bühne. Erst nach scharfem Hinsehen habe ich realisiert, dass sich der Chor aus 4 Personen zusammensetzte, die von einem Bassisten, Keyboarder und natürlich einem Schlagzeuger begleitet wurden.
Aber nach ein paar Takten war alles klar: der Tontechniker hat alles zerstört: Die an und für sich guten Sänger wurden komplett vom Schlagzeug zu und dem Bass zugedeckt… auch vom Keyboard war quasi nichts zu hören. Man muss kein professionelles Gehör haben um sowas zu “bemerken”. Es ist ja so ein Irrglaube, wenn man mit ins Endlos aufgedrehten Bässen und einer 0815 Percusion glaubt alleine gute Musik machen zu können. Gerade diese Instrumente haben eine Begleitende Aufgabe und sollen keinesfalls in Konkurenz zu den anderen treten. Gut, hier war kein Konkurenzkampf, weil die Sänger von Anfang an verlohren hatten…
Allerdings hat mich noch etwas grundlegend gestört: der Annimationscharakter des einzigen Männlichen Choristen. Bald befand ich mich in einem nicht im Takt klatschenden und schunkelnden Publikum, das Mangels ausreichender Englischkenntnisse versucht hat die Leute zu immitieren, die der Dux vorgab. Nungut, dieser Workshopcharakter stört mich auch bei diesen neumodischen Gottesdiensten, in dem man seinen adjazenten Mitmenschen die Hand geben muss… Vielleicht ist der Grund für dieses Unverständnis auch die Tatsache, dass sich eine schwarze, faulige Masse bei mir dort befindet, wo andere ihr Herz suchen würden. Mich lässt so etwas absolut kalt und versetzt mich eben nicht in eine euphorische Stimmung.
Na gut: das zweite Stück, dass vorgetragen wurde, hat mir doch sehr gut gefallen. Dies lag hauptsächlich aber daran, dass es konsequent mehrstimmig und vor allem a capella zu Gehör gebracht wurde. Damit sich der Leser aber nun noch eine bessere Vorstellung machen kann hier noch ein kleines Video:
Was natürlich aber überhaupt nicht ging, dass war das wilde rumgetanze und gespringe, wenige Zentimeter vom Altar entfernt… Durch einen kleinen Vorbau sah es ja fast so aus, als würde der männliche Chorist auf dem Altar tanzen… Tja, die Kirche ist eben ein Gotteshaus und keine Disco… Und in keinem anderen Konzert wurde bisher so der Namen “jisäs” mit emporgerichtetem Fingerzeig strapaziert, wobei man sich denken konnte “Ja, ich weiß ja, dass diese Lutherrose an der Decke sehr beeindruckend ist, aber deswegen muss man ja nicht jede zweite Minute darauf Bezug nehmen!”
Wie ihr es sicherlich gemerkt hab, ist der Jahreszähler inkrementiert worden. Zeit um einige Ereignisse niederzuschreiben… Wo fange ich an? Bei Heilig Abend vielleicht. Neben dem oblikatorischen Kirchenbesuch (der Pfarrer leitete den Gottesdienst mit den Worten “Es gegab sich aber zu der Zeit…” - soweit nicht Neues - “… der Klimakonferenz, als Frau Angelika Merkel”; ok, die Stelle war dann doch neu) gab selbstgebastelten Glühwein und ein schöne Bescherung.
Das Weihnachtsessen ist fast ohne Braten ausgefallen; und wer hätte es gedacht: ja, ich habe ihn vermisst. Am 27. hat sich dann aber doch noch eine Ente auf meinen Teller verirrt, die sofort meiner Verdauung zum Opfer gefallen ist.
Und dann war 2007 auch schon fast vollbraucht. Leider war die Silvesterfeier in der 8er Runde etwas laff. Während dem Essen hat man sich hauptsächlich über selbiges unterhalten und man konnte zumeist logistische Äußerungen, wie “Kann ich mal den Kartoffelsalat haben? - Danke!” hören. Das erste Mal in meinem Leben war ich dann bei einem Bleiguss dabei, der aber in Ermangelung eines Bunsenbrenners nur sehr sehr langsam über dem Teelicht voran ging. Ich und Herr S. haben beschlossen nächstes Jahr etwas anderes zu machen; so ein Trauerspiel wird garantiert nicht mehr von uns partizipiert werden.
Wobei wir schon beim nächsten Thema wären: Am zweiten Januar war ich das erste mal auf einer Beerdigung, an der ich aktiv teilgenommen habe. Im stolzen Alter von 104 Jahren ist die Mutter von Frau K. verstorben. Ich darf soviel verraten, dass es für alle eine Erlösung war. Trotzdem hat mich diese Beerdigung sehr nachdenklich gemacht: Ein Pfarrer, der sich noch nicht einmal die Mühe macht den Namen der Verstorbenen - der gewiss nicht zu kompliziert ist - richtig vorzulesen… Wenigstens wurde diese fürchterliche 0815 Veranstaltung durch ein Streichquartett wesentlich aufgewertet. Es wurde zum Schluss ein Satz aus der “Kunst der Fuge” gespielt; so verstimmt wie die Streicher auch waren, so hat es mich dennoch angerührt.
Es ist schon ein Zwiespalt, in den man da gerät: In meinem Familienkreis befindet sich auch eine Person, die “demnächst” unter die Erde kommen wird. So eine kümmerliche Trauerfeier möchte ich aber unbedingt vermeiden, weil das dem Menschen nicht gerecht wird. Aber ist es nicht grotesk zu Lebzeiten noch die Vorbereitungen zu treffen und sich evtl. noch mit dem Betreffenden abzustimmen?
Aber ich sollte mir den Kopf lieber über andere Dinge zerbrechen, auch wenn ich es im Moment nur sehr wiederwillig tue: die Prüfungen stehen vor der Tür… ein letztes Mal; hoffentlich.
Heute war ein schöner Tag. Oh mein Gott, was sage ich denn da? Ein Satz ohne Beimischung von Depression und Missgunst. Aber so war es wirklich. Ich habe es mir nun schon seit mehreren Monaten zur Angewohnheit gemacht, nicht mehr mit Hilfe eines Weckers geweckt zu werden, sondern durch das eigene Gefühl genut geschlafen zu haben. Hm, wer könnte mich in diesem Punkt nun beneiden?
Dann war ich noch beim Fabrikverkauf von Lebkuchen Schmidt, um so eine hübsche 300g Dose zu erstehen, die in den nächsten Tagen nach Schottland gehen soll. Ein kleines Dankeschön im nachhinein für die besten Gastgeber, die man sich vorstellen kann (Beste Unterkunft in Schottland für günstiges Geld).
Anschließend habe ich mir in der FH eine Vorlesung angehört, den Fachbereich Informatik geschädigt (indem ich auf dessen Druckern das Numerik Skript rausgelassen habe) und bin dann ganz entspannt nach Hause gefahren.
Ach, wie ich das vermissen werde… Aber wer weiß, wie dass dann ist, wenn man sich nicht mehr als Student bezeichnen darf… Dann ist man ja ein in die Gesellschaft wirklich aufgenommenes Mitglied. Nein, Schluss damit! Keine negativen Gedanken für heute!
Ich denke lieber über die virtuelle Orgel nach. Nachdem ich aus bestehendem Pfeifenmaterial oktavierte Register erzeugt habe (Aus einem Prinzipal 8 einen Prinzipal 16, selbiges mit der Oboe), muss noch eine Mixtur für das Pedal angefertigt werden. Ob mir hier die Physik wirklich weiterhelfen wird? Es hat sich besonders im Falle der Samples von Lingual-Register als unpraktisch erwiesen die Sinus-Schwingung um den Faktor 2 zu stauchen oder zu strecken. Das Hörergebnis war fürchterlich… Deswegen habe ich nicht alle 56 Dateien so skaliert, sondern die 12, die bei der Oktavierung nicht im bereits vorhandenen Klangmaterial vorhanden waren. Demnächst werde ich mal ein Hörbeispiel veröffentlichen…
Gestern habe ich noch bis spät in die Nacht an der Zusammenstellung einer neuen, virtuellen Orgel (mit MyOrgan, einer guten Alternative zu Hauptwerk) gebastelt. Endlich war es dann um 1:13 Uhr des heutigen Tages geschafft: Die bisherige von mir verwendete Orgel Jeux d Orgues wurde um 10 neu Register erweitert. 5 Register nahm ich aus der Salon Orgel und 5 Register aus der Ott-Orgel.
Es war jedenfalls aufwendig die neue Konfigurationsdatei zu schreiben, die mehr als 2000 Zeilen umfasst. Die beiden Orgeln wurden über ein jeweils eigenes Manual eingebunden; entsprechende Koppel an das Pedal und Hauptmanual mussten auch noch hinzugefügt werden. Nachdem die Logik des Aufbaus fest war musste noch die Console hübsch aussehen… Da war ich wieder eine 3/4 Stunde beschäftigt um die Verteilung der Registerzüge so hinzubekommen, wie ich das möchte. (Der nächste Schritt wird darin bestehen die Lautstärken der einzelnen Register aufeinander abzustimmen…)
Was will ich damit eigentlich sagen? Ich bin spät ins Bett gekommen. Die Folge davon war dann, dass ich heute Früh unsanft geweckt wurde und feststellte, dass zum Fühstücken - wie so oft - keine Zeit mehr war. Ich habe mich also mit leerem Magen auf den Weg in die FH gemacht, um einen fürchterlichen und einen gelungenen Vortrag in Kryptographie anzuhören.
Und jetzt kommen unsere Raucher ins Spiel. Sie stehen an Haltestellen für Bus, S-Bahn, U-Bahn, usw. Warum müssen sie immer diese Dunstwolke erzeugen, der man nicht entkommen kann? Das ist doch wirklich ein zwanghaftes Verhalten! Der Leser möchte das demnächst selbst beobachten… Am deutlichsten wird es aber, wenn die Raucher aus einem Verkehrsmittel aussteigen. Mit der “Ziggi” in der zitternden - ja geradezu bebenden - Hand warten sie ungeduldig darauf, dass sich endlich die Tür öffnet. Kaum haben sie dann einen Schritt aus dem Verkehrsmittel getan, so muss die Tabakwurst schon angezündet werden. Ach ja, was für eine Wohltat.
Vor allem für mich ist das in der Früh auf leeren Magen eine Wohltat… Ich hoffe, dass der Tag bald kommen wird, an dem ich mit einer nonverbalen Geste zum Ausdruck bringe, was ich von diesen Personen halte: Die von ihnen selbst verursachte Übelkeit wird dann öffentlich zur Schau gestellt werden und es soll sich bloß keiner über eine vollgekotzte Jacke beklagen.
Aber ab dem ersten Januar wird das vielleicht besser werden…
Da sich meine Leserzahl noch immer konstant um die 0 hält habe ich mich entschlossen diesen Beitrag zu schreiben, dessen Ziel es ist mit der Doppelmoral der Menschen zu spielen. Jeder entsetzt sich darüber, wenn er die Schlagwörter des Betreffs liest, und trotzdem sind das die meist gesuchten Begriffe im Internet.
Sehen wir es doch einfach als Experiment an! Ich werde nach ein paar Tagen dann darüber berichten, ob meine “Popularität” allein durch die Nennung von Free Porno, Pills, Poker, Penis enlarge, Viagra gestiegen ist.
Jemand der einem anderen so viel Freude verspricht zu bereiten - und dann auch noch kostenlos - den muss man doch mögen, oder? Ich freue mich jedenfalls immer tierisch, wenn ich E-Mails mit solchen Inhalten bekomme … (wie gestern: 21 Stück)
Ich befinde mich ja dieses Semester in einem Seminar zur Kryptographie. Seminar bedeutet hier, dass Vorträge von den Studenten, zu den jeweiligen Themen gehalten werden sollen. Natürlich gab es im Vorfeld Vorbemerkungen: “Sie sollten zu jeder Folie schon drei Minuten etwas sagen” konnte man da als Richtlinie hören.
Da wir ja immer zwei aufeinanderfolgende Vorlesungen haben musste ich mir also heute zwei Vorträge anhören. Der letzte Vortrag sollte um 13:00 Uhr enden. Das ist deswegen für den Leser wichtig zu wissen, weil es heute - am Nikolaustag - ein etwas besseres Essen in der Mensa gibt. Zur Auswahl standen Ganskeule oder Hirschbraten jeweils mit einem Kloß und Rotkohl. Also etwas das nicht gerade übel schmecken sollte.
Es ist nun aber notwendig, dass der letzte Vortrag etwas frühzeitig aufhört, damit man einen Zeitvorteil bei der Essensausgabe hat. Nun ja… sagen wir einfach, dass ich dieses Jahr fast wieder um das Essen gekommen wäre, weil Herr K. es in seinem letzten Vortrag ETWAS vernachlässigt hat das Verhältnis von Folien und Zeit einzuhalten. Davon abgesehen, dass jede Minute dieses Vortrages genau verplant war, wirkte Herr K. sehr gut vorbereitet. So gut vorbereitet, dass es schon ans lächerliche grenzte!
An dieser Stelle möchte ich sagen, dass hier nicht der Neid aus mir spricht, weil mein letzter Vortrag kläglich an einem Kaugummi (und anderen Dingen) gescheitert ist. Neid würde es ja nur dann sein, wenn ich auch so einen Vortrag hätte halten wollen. Nun finde ich es aber alles andere als erstrebenswert Fachinformationen so zu präsentieren. Der Zuhörer hat fast gar nichts davon, weil er naturgemäß die Thematik noch nicht so gut kennt wie der Vortragende und eine gewisse Verdauungszeit einfach benötigt!
Ich habe es mir dann jedenfalls einfach heraus genommen frühzeitig zu gehen. Somit gehörte ich dann auch zu denjenigen, die behauten können: Ja, am 06.12.2007 habe ich nach dem Besuch der Mensa einen schmackhaften Hirschbraten verdaut und nicht Herr K.’s Vortrag.
Die Vortragsreihe sollte an dem heutigen Nachmittag mit den IT-Projekt-Vorträgen fortgesetzt werden. Welche tötlichen Fehler da gemacht wurden braucht man hier gar nicht weiter auszuführen… Es reicht zu fragen: Liebe Leute, könnt ihr wenn ihr einen Vortrag zusammenstellt euch nicht in die Lage des Zuhörers versetzen, der das jeweilige Thema noch nie gehört hat und euch dann dazu entscheiden unnötigen Balast über Bord zu werfen? Es ist doch so erbärmlich, wenn die Zuhörer mit Dingen gelangweilt werden, die sie gar nicht verstehen können. Und dass dann auch noch 90 Minuten lang!
Gestern habe ich das erste mal das Angebot meiner Fachschaft angenommen und bin zum weihnachtlichen Lebkuchen-Essen und Film schaun vorbei gegangen. Am Schluss blieb die Frage offen, warum ich das nicht schon die Jahre vorher gemacht habe.
Dann großes Kino: “Nightmare before Christmas” wurde laut Wiki zwar schon 1993 produziert, hat mir aber auf Anhieb gut gefallen - nicht nur wegen den morbiden Szenen. Der Fan von spontanen Gesangseinlagen bin ich zwar nicht, tortzdem war es besser als dise furchtbaren Bollywood-Filme.
Wie schon beschrieben war ich gestern im Weihnachtskonzert des Hans-Sachs-Chores. Ich möchte - meinen nicht vorhandenen Lesern - natürlich nicht vorenthalten, ob die Erwartungen erfüllt wurden oder nicht.
Um es dieses mal kurz zu machen: Ja, die Erwartungen wurden erfüllt! Das original Notenmaterial aus dem Bach’schen Weihnachtsoratorium wurde sehr gut vorgetragen. Obwohl mir dieses Werk nicht unbekannt ist, wurde ich durch die Darbietung dazu in die Lage versetzt, auf viele Details zu achen: Die melodischen und harmonischen Ebenen der einzelnen Stücke wurden sehr schön herausgearbeitet und man konnte sich sowohl auf die einzelnen Teile als auch auf das Ganze gut konzentrieren.
Der Chor war mit stimmkräftigem Eifer dabei und hat auch größere Schwierigkeiten - vor allem in den fünf modernen Teilen - gut gemeistert. Damit komme ich nun noch zur Komposition von Heinrich Hartl. Obwohl sich die Struktur in der Werkeinführung sehr wild angehört hat, so wurde dennoch das Versprechen eingehalten und dem Zuhörer kein Unding zugemutet. Die Verschränkungen von mehreren Tonarten ineinander zur selben Zeit war sehr gelungen. An zwei Stellen hätte ich als Komponist auf den Einsatz der Snare-Drum verzichtet. Aber gut, das ist wirklich nur ein Detail.
Besonders schön fand ich am Schluss auch die Bezugnahme auf das Motto “Bach meets Hartl”, weil an den Choral “Wie soll ich dich empfangen” nahtlos in ein neukomponiertes Stück übergegangen wurde. So wurde das Treffen beider Komponisten durch diesen fießenden Übergange deutlich sichtbar.
Alles in allem war es eine gelungene Aufführung und am Ende des Konzertes wurde vom Publikum ein sehr dankbarer Beifall gespendet. Es muss doch als Komponist seltsam sein, wenn man dann auf der Bühne und die Orationen entgegen nimmt, allerdings nichts von dem allen sieht, weil man blind ist.
Herr S., den ich dazu überreden konnte das Konzert zu besuchen, hatte allerdings keine so gute Meinung davon. “Das will doch keiner hören”, “Das klingt doch nicht gut”… sicherlich kann man mit einer modernen Komposition nicht an das Weihnachtsoratorium anknüpfen, ohne dass ein deutlicher Stilbruch dabei entsteht. Hier sind wir auch wieder bei der Frage, was für eine Aufgabe die Kunst hat… Ich möchte sie aber dieses mal nicht breittreten; dazu ergibt sich gewiss in nächster Zeit die Gelegenheit.