Tabula rasa.

Was macht man wenn man gerade zu viel Zeit übrig hat? Richtig. Man erfindet sich selbst neu. Das ist überhaupt eine schöne Beschäftigung. Ich kenne andere Internet-Nutzer, die das (z. B. auf den „blauen Seiten“) fast wöchentlich tun. Dagegen habe ich dort meinen Auftreten seit fast fünf jahren nicht für veränderungsnotwendig erachtet. Bei diesem Blog trifft das aber überhaupt nicht zu, da man ja gezwungen ist aktiv etwas zu tun. Davon lebt die Sache erst.

Ja ja, die immer gegenwärtige Möglichkeit einer Wandlung und der allzuhäufige Gebrauch davon zeugen doch in Wirklichkeit von nichts anderem als einer gescheiterten Existenz, die sich suchtartig immer und immer wieder neu gelobt alles besser und gefälliger zu machen. Aber gerade das Wissen um die endlose Möglichkeit des Neuanfangs schmälert die Disziplin um sein vorhaben konsequent zu verfolgen und nimmt einem dadurch unausweichlich die Möglichkeit des ersehnten Erfolgs.

Also! In anderen Ländern werden „professionelle Klageweiber“ sogar bezahlt. Apropos: Wir befinden uns ja gerade in der Passionszeit und da fällt mir natürlich folgendes Werk ein:

Ja, der Herr Bach hat es einfach verstanden eine himmlische Verbindung von Emotion und Esprit herzustellen. Ich möchte mich hier nicht ereifern die theoretischen Dimensionen dieses Werkes zu erläutern. Es geht einfach unter die Haut! Diese Musik zeigt ihre Meisterschaft durch die Stimmungen, die sie unmittelbar überträgt: Herzklopfen, Angst, Verzweiflung, Beklemmung, Hoffnung – Herzklopfen.

In theologischen Hinsicht stellt das Osterereignis auch einen Neuanfang dar…

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